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Lernende stärken – PEP basics® in der Schule

  • 5 Minuten Lesezeit

Ein Erfahrungsbericht von Dr. Martina Moog

Durch den Einsatz von PEP basics® Klopftechniken für Lernende aller Klassenstufen fördern Sie die Selbstregulationskompetenzen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Ihrer Schule. 

Stress und Ängste in der Schule

Der Schulalltag ist für immer mehr Kinder und Jugendliche zu einer großen Herausforderung geworden. Unterricht, Hausaufgaben, Prüfungen, Leistungsdruck und soziale Konflikte lösen bei Lernenden immer häufiger Stress und Ängste aus. Zusätzlich führt der Dauerkrisenmodus durch Corona und Kriege seit fünf Jahren zu wachsenden psychischen Belastungen der jungen Menschen (vgl. COPSY-Studie). Diese Probleme wirken sich auch auf die Leistungen in Schule, Studium und Ausbildung aus.

Als Lehrkraft und im Lerncoaching an der Schule sind mir verschiedene Ängste bei Lernenden begegnet. Da ist die allseits bekannte Prüfungsangst, die meistens durch zu hohen Leistungsdruck oder Überforderung ausgelöst wird. Die stärkste Form der Prüfungsangst ist der totale Blackout, bei dem ein Erinnern an das Gelernte gar nicht mehr möglich ist. Entsprechend schlecht fallen dann die Noten aus. Sehr häufig sehe ich aber auch die Angst vor Fehlern und vor der damit verbundenen Bloßstellung, im schlimmsten Fall vor der ganzen Klasse. Das führt dazu, dass Lernende immer stiller werden, sich nicht mehr am Unterricht beteiligen und erst recht keine Referate halten können. Auch diese Situation lässt die Noten immer schlechter werden, denn die Mitarbeit im Unterricht geht in den Klassen 5-10 mit deutlich mehr als 50% in die Endnote ein. Die Betroffenen fühlen sich oft hilflos, und das Selbstwertgefühl ist im Keller.

Körperliche Reaktionen auf Ängste

„Der Körper ist die Bühne der Gefühle“ (António Damásio, Neurowissenschaftler)

Lernende aller Altersklassen berichten mir von einer Vielzahl an körperlichen Symptomen, die durch diese Ängste ausgelöst werden. Das sind häufig Kopf- oder Bauchschmerzen, die in seltenen Fällen sogar zu spontanen Durchfällen oder Erbrechen führen können. Viele Mädchen in den 5. und 6. Klassen brechen vor der Klasse oder während der Klassenarbeit in Tränen aus und können sich gar nicht wieder beruhigen. Das haben mir in der Schule mehrfach auch andere Lehrkräfte berichtet. Ich höre von zitternden Händen und Füßen, Schweißausbrüchen, Herzklopfen, zugeschnürtem Hals, Übelkeit, Leere oder Chaos im Kopf und anderen Symptomen. Diese körperlichen Beschwerden ziehen dann in vielen Fällen Vermeidungsstrategien und Fehlzeiten nach sich, was die Abwärtsspirale der Leistungen und Noten noch weiter befeuert. Diese Entwicklung erhöht dann zusätzlich den Stresslevel, und die Ängste nehmen weiter zu. Deshalb ist es besonders wichtig, diesen Teufelskreis so früh wie möglich zu durchbrechen.

Die Lernenden unterstützen  

Bisher habe ich als Lehrkraft und Lerncoach mit Lernenden fast aller Altersstufen gearbeitet: an der Allgemeinbildenden Schule mit Kindern und Jugendlichen von Klasse 5 bis 13, an der Berufsfachschule und an der Fachhochschule mit jungen Erwachsenen. Dabei nutze ich PEP® seit 2021.

Mit Hilfe der PEP®-Klopftechnik und der Selbststärkungsübung habe ich als Lerncoach am Gymnasium in zahlreichen Einzelsitzungen die Lernenden wirkungsvoll unterstützen können. Lehrkräfte, Eltern und die Lernenden selbst haben mir von den Erfolgen bei der Regulation von Stress und Ängsten berichtet. Diese Techniken, die im PEP basics®-Zertifikatskurs vermittelt werden, sind leicht zu erlernen und können auch in Gruppen gelehrt werden. Ich habe in Projekten an verschiedenen Schulen und in meinen eigenen Klassen diese Techniken erfolgreich in der Gruppe vermittelt. Das Klopfen und die Selbststärkungsübung können auch sehr gut als Ritual in Schulklassen eingesetzt werden, damit alle Lernenden die Techniken beherrschen und bei Bedarf anwenden können, um sich selbst zu regulieren – auf dem Schulhof, im Unterricht, bei Prüfungen und beim Lernen zu Hause.

In meinen PEP basics®-Zertifikatskursen habe ich bisher pädagogische Fachkräfte aus ganz verschiedenen Einrichtungen kennenlernen können. Aus Kitas, Schulen und Förderschulen, aus der Frühförderung und aus Erziehungsberatungsstellen und der Familienhilfe. Die Teilnehmenden nutzen die Klopftechnik zum einen für sich als Selbstfürsorge bei Stress im Beruf und als Selbstschutz vor sekundärer Traumatisierung in Beratungsgesprächen. Zum anderen entwerfen sie in der Kleingruppenarbeit gemeinsam Pläne und tauschen Ideen aus, wie die PEP basics®-Techniken am besten an die verschiedenen Zielgruppen weitergegeben werden können. 

Quelle:
COPSY-Studie: https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html

Bilder von:
wayhomestudio auf Freepik
Karl-H. Volkmann
kroshka__nastya auf Freepik

Dr. Martina Moog
Biologin, Lehrkraft und Lerncoach
seit 2007 Lehrkraft in verschiedenen Schulformen (Allgemeinbildendes Gymnasium, Berufsfachschule, zweiter Bildungsweg Haupt- und Realschule, Fachhochschule)
seit 2019 selbstständig als Lerncoach
seit 2021 regelmäßiger Einsatz von PEP® im Lerncoaching
von 2021 bis 2025 Lerncoach an einem Gymnasium in Braunschweig
Lerncoaching Projekte an verschiedenen Schulen
Fortbildung PEP® nach Dr. Bohne
PEP® Selbstanwender Klopfkurse für Erwachsene
Trainerin für PEP basics® im pädagogischen Bereich
Arbeit mit Lernenden in Schule, Hochschule und Ausbildung
www.denkbar-anders.de

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